Prokrastination überwinden und produktiver sein

Umgangssprachlich wird Prokastrination auch oft als „Aufschieberitis“ bezeichnet und vermutlich betrifft es die meisten Menschen. Manchmal nur phasenweise, manchmal aber auch durchgehend. Oft liegt es nicht wirklich daran, dass man faul ist, sondern daran, dass man sich mit zu vielen Dingen beschäftigt oder dies versucht. Somit macht man bei keiner dieser Sachen einen wirklichen Fortschritt. Durch die dadurch entstehende Demotivation wird es dann auch leichter sich vor den Fernseher zu setzen, anstatt an den 10.000 Sachen zu arbeiten, die eh niemals fertig werden 😉

Auf der Arbeit funktioniert es, wenn man nicht sein eigener Boss ist, in der Regel etwas besser, da jemand anderes einem Deadlines für bestimmte Aufgaben vorgibt. Aber wenn man für sich selber versucht Dinge zu erreichen, so ist es ein leichtes auch selbst gesetzte Deadlines immer wieder verstreichen zu lassen.

In Bezug auf das Bloggen habe ich recht viele Ideen und Notizen, zu denen ich gerne etwas schreiben würde. Von Tag zu Tag wird die Anzahl dieser Notizen größer und ich lege mir auch viele Entwürfe in WordPress an. Durch einige habe ich letztens durchgeguckt und zu meinem Bedauern festgestellt, dass ich nicht einmal mehr selber weiß, über was ich da eigentlich schreiben wollte oder was ich dazu schreiben wollte. An dieser Stelle wäre es sicherlich sinnvoller gewesen, anstatt die Ideen zu 10 Artikeln festzuhalten, einen Artikel fertig zu schreiben, als das Thema für mich selber top-aktuell gewesen ist und ich „im Thema“ gewesen bin.

 

Das größte Problem ist, dass man die Aufgaben nicht nur machen darf, wenn man sich in der Stimmung dafür fühlt. Meistens findet man immer einen Grund, warum gerade z. B. kein guter Zeitpunkt ist einen Blogartikel zu schreiben oder an seiner App weiter zu arbeiten, von der man gerade glaubt, dass sich für den Kram eh keiner interessieren wird. Gerade wenn man dies neben einem Vollzeitjob betreibt, ruht man sich gerne darauf aus, dass man bereits den überwiegenden Teil des Tages gearbeitet hat. Auf die Inspiration zu warten wird einen nicht weiter bringen. Vermutlich wird die Antwort der meisten Profis aus so gut wie jedem Bereich sein, dass man sich der Sache jeden Tag widmen muss, auch wenn man sich nicht dementsprechend fühlt. Meistens kommt die Inspiration dann während man einfach anfängt. So kann es z. B. besser sein zuerst 10 Minuten noch nicht genau zu wissen was man da eigentlich schreibt, bis man sich gefunden hat und den schlechten Anfang des Blogartikels nachher nochmal überarbeiten kann. Vermutlich hätte Stephen King nicht so eine Menge an Büchern geschrieben, wenn er sich nicht gerade in seiner Anfangszeit dazu gezwungen hätte einfach zu schreiben, komme was wolle.

 

Methoden um Aufgaben zu erledigen

Vor längerer Zeit bereits habe ich in einem anderen Blog über eine sehr einfache Methode von Jerry Seinfeld gelesen, mit der er sich dazu bewegt hat jeden Tag Witze zu schreiben um darin besser zu werden. Er hängt sich dafür einen großen Jahreskalender auf und macht für jeden Tag, an dem er sich an seine Vorgabe hält, ein Kreuz durch den entsprechenden Tag. Die Regel der er dabei folgt ist einfach: „Don’t break the chain“. Die Reihe von Kreuzen darf nicht unterbrochen werden. Es ist vermutlich ein einfacher Psychotrick, da man sich mit der Zeit gut fühlt, wenn man eine lange Reihe an Kreuzen hat und es schafft diese aufrecht zu halten, aber wenn es funktioniert sollte einen dies nicht stören 😉

Für diesen Blog habe ich mir vorgenommen nun jeden Tag einen Artikel zu veröffentlichen um meine Ideen und Notizen endlich in Artikel umzusetzen:

Hierfür bieten sich Kalender von Kalenderpedia an zum Ausdrucken an, wenn man keine großen kalender geschenkt bekommt.

Für eine vernünftige Auflistung der Aufgaben, die man sich für jeden Tag zu recht legen sollte, benutze ich seit einiger Zeit eine Website die ich einem Video vom SimpleProgrammer auf Youtube gefunden habe. Es handelt sich um KanbanFlow

Zur Abarbeitung versuche ich nun die sogenannte „Pomodoro“-Technik zu nutzen: 25 Minuten konzentriert an einer Aufgabe arbeiten, dann 5 Minuten Pause. Dies soll vor allen Dingen verhindern, dass man sich um 10 Aufgaben gleichzeitig kümmert. 10 halbfertige Aufgaben sind auf lange Sicht auch ein wesentlich schlechteres Ergebnis als vielleicht 5 abgeschlossene und vernünftig beendete Aufgaben. Wie im Fall des Blogs dann 5 veröffentlichte statt 10 angefangener Artikel, die vielleicht niemals zu Ende geschrieben und veröffentlicht werden.

In KanbanFlow erstellt man sich sogenannte „Boards“, auf die man seine Aufgaben „pinnt“. Eigentlich ist dies eher für Softwareprojekte gedacht, wofür ich es auch noch nutze. Es lässt sich aber wunderbar auch für alle anderen Arten von Aufgaben nutzen. Wie beim SimpleProgrammer habe ich mir Spalten für Done, Montag bis Sonntag, Nächste Woche und Später gemacht. Die Aufgaben lassen sich wunderbar zwischen den Spalten hin und her verschieben:

Seit ein paar Tagen nutze ich nun den Pomodoro-Timer um die Zeit für die Arbeit an den Aufgaben in den Griff zu bekommen. Hierfür kann man bei einer beliebigen Aufgabe den Timer öffnen und starten. Der Countdown läuft dann von 25 Minuten an herunter und am Ende wird man per Sound an die Pause erinnert:

Die Seite bietet noch wesentlich mehr Features und Möglichkeiten für die Organisation der Aufgaben, die ich vermutlich in der Zukunft erkunden werde und vermutlich noch einmal darüber schreibe.

Bei der Nutzung von KanbanFlow und Pomodoro kommt vermutlich der gleiche Psychotrick wie beim Abkreuzen im Kalender zum Tragen, wenn man seine Aufgaben erledigt und in die Done-Spalte verschieben kann.

 

Methoden zur Aufgabenreduzierung

Ein wichtiger Punkt ist es auch nicht erledigte Aufgaben los zu werden. So werde ich z. B. durch meine Artikel-Entwürfe durchschauen und die unbrauchbaren Sachen, an denen ich nie weiter arbeiten werde oder kann, einfach mal löschen. Von Zeit zu Zeit sollte man auch durch die gesammelten Aufgaben in der Spalte Später in KanbanFlow schauen und die vielleicht mittlerweile obsolet gewordenen Aufgaben einfach löschen. Wenn man sich z. B. mit Technlogoien beschäftigen wollte, für die man aber keine Verwendung mehr hat und die uninteressant geworden sind: Löschen!

 

Tobias Langner

Ich arbeite seit mehreren Jahren als IT-Administrator, bin ausgebildeter Fachinformatiker für Systemintegration und Studium-„Pausierer“ an der FernUni Hagen

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