Unflexibilität von IT-Systemen

Sowohl im privaten, wie auch im beruflichen Alltag, ist man immer wieder mit unflexibler Software konfrontiert. Natürlich kann Software nicht „jeden“ erdenklichen Fall abdecken. Hierzu habe ich auch schon einige Beispiele in eigenen Artikeln gebracht (Beispiel: Extra-Fälle in Steuer-Software oder eine Vorkasse-Bestellung bei DELL). Aber es gibt so Dinge, die machen einfach keinen Sinn und machen den ganzen Prozess einer Bestellung oder Zahlung unnötig kompliziert und es wäre vermutlich besser gewesen, wenn es von Anfang an manuell gemacht worden wäre. Ein paar weitere Beispiele dafür, dass es noch viel zu tun gibt, möchte ich in diesem Artikel geben.

 

Rechnung teilen mit mehreren Personen … per EC-Karte

Erst vor kurzem waren wir mit mehreren Leuten zusammen essen und haben uns quasi einen Rundumschlag von der Karte bringen lassen. Das Rechnungs- und Bestellsystem lief über ein Tablet. Kompliziert wurde es dann bei der Bezahlung, da jeder bzw. jedes Pärchen einzeln zahlen musste und das mangels Bargeld auch noch per Karte. Mit einer Bargeldzahlung hätte man den Gesamtbetrag einfach durch die Anzahl der Gäste teilen können und das Geld zusammengeschmissen. Aufgrund der Systematik des Rechnungssystems musste aber für jede Zahlung mit der Karte eine eigene Rechnung generiert werden. Das wäre soweit noch in Ordnung gewesen, aber es gab keine Möglichkeit manuell einen Betrag für die Rechnungsstellung einzugeben. Somit mussten für jede Zahlung so viele Gerichte eingetippt werden um die jeweilige Summe, die der einzelne schuldig ist, zu erreichen. Neben der Tatsache, dass man nicht den richtigen Betrag gezahlt hat, hat die ganze Aktion auch bestimmt eine (gefühlte) Viertelstunde gedauert.

 

Kündigungsdatum Autoversicherung

Vor ein paar Wochen erhielt ich die Kündigung der Vollkaskoversicherung. Viel mehr erst nur die neue Beitragsberechnung per PDF ohne weitere Info, woraufhin ich fragend bei der Versicherung anrief. Denn die Kündigung per Einschreiben hatte ich noch nicht und es dauerte eine weitere Woche bis diese ankam (oder erst losgeschickt worden ist). Meinen Vorschlag diese doch auch (zusätzlich) als PDF zu schicken wollte die Supporterin „weitergeben“. Allerdings musste ich insgesamt 3mal wegen dieser Angelegenheit anrufen, ein Fax schicken und konnte das Protal, indem man seine Vertragsangelegenheiten regeln kann, dafür nicht benutzen! Warum? Aufgrund der versicherungsseitigen Kündigung der Vollkasko habe ich dieser Kündigung widersprechen und gleichzeitig die gesamte Versicherung zwecks Wechsel kündigen wollen. Im Portal kann man mit ein paar Musklicks kündigen … zum Ende der Vertragslaufzeit, also zum Beginn des nächsten Jahres. Schön, aber die Vollkasko endet diesen Monat. Also habe ich einen Widerspruch und eine Kündigung per Mail und Fax (zur Sicherheit) hingeschickt. Mit dem Ergebnis, dass nichts passierte. Also wieder angerufen und etwas Beschleunigung in die Sache gebracht. Und tatsächlich bekam ich nach ein paar Stunden eine Bestätigung per E-Mail und in einem PDF … zum Beginn des nächsten Jahres. Und das, obwohl mir am Telefon mein gewünschtes Kündigungsdatum bestätigt worden ist. Also wieder angerufen. Das Ende vom Lied war, dass das interne Systemim Fall der Kündigung natürlich automatisch eine Kündigung zum nächsten theoretischen Kündigungszeitpunkt rausschickt. Schön, dass dieser außerordentliche Kündigungen nicht berücksichtigt.

 

Endrechnung Telekom

Aufgrund eines Problems bei der Beantragung unseres DSL-Anschlusses war damals mein SEPA-Mandat „verloren“ gegangen, sodass die Telekom mich als „Überweiser“ eingetragen hat. Da ich keine Lust hatte mich darum zu kümmern, habe ich meine Telekom-Rechnung einfach jeden Monat selber überwiesen. Als ich den Vertrag dann irgendwann gekündigt hatte, kam dann kurz vor Ende der Laufzeit eine Rechnung für den Folgemonat. Also habe ich bei der Telekom angerufen und der Mensch an der Hotline erklärte mir, dass man bei der Telekom nicht auf Rechnung für seinen DSL-Anschluss zahlen kann. Witzig, denn das tat ich seit einem Jahr. Aufgrund der Tatsache, dass das System nur für den Einzug ausgelegt ist, käme es wegen der Zahlungszeitpunkte irgendwie durcheinander und es käme zu dieser Überschneidung. Ich müsste das bezahlen und bekäme das dann wieder. Da ich darauf keinen Bock hatte, habe ich ihn den Betrag manuell ausbuchen lassen. Danach hat meine Frau einen neuen Vertrag bei der Telekom abgeschlossen, als Selbstzahler wegen dem gleichen Problem mit dem SEP-Mandat 😀

 

Dämliche Branchen-Software

Mittlerweile habe ich so viel schlechte Software gesehen, dass ich so viele Beispiele geben könnte. Deshalb picke ich mir ein kurzes raus, welches meine Frau zu Schulzeiten erlebt hat, als sie in einem Versandhaus nebenbei gearbeitet hat und Kundenbestellungen am Telefon angenommen hat. Die Software um die Bestellungen aufzunehmen war sehr einfach aufgebaut und man klickte sich durch verschiedene Masken. Das Schöne an der Software war, dass man innerhalb eines Bestellvorgangs nicht mehr zur vorherigen Maske springen konnte. Wenn der Kunde also am Ende noch etwas ändern wollte, oder einen Gutscheincode durchgeben wollte war man am Arsch. Denn die einzigen Optionen waren die Bestellung einzubuchen oder komplett zu canceln und von vorne anzufangen. Wer könnte auch damit rechnen, dass einem Kunden am Ende eines Gesprächs noch etwas einfällt, was er am Anfang vergessen hat?! 😀

 

Ich gehe davon aus, dass jeder schon solche Erfahrungen machen musste. Falls du eine lustige (oder auch traurige) Geschichte hast, dann poste sie ruhig in die Kommentare…

 

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