Vorkasse bei DELL auf Umwegen

Die Vertriebswege mancher großer Unternehmen sind mir ein Rätsel und aus „business-analytischer“ Sicht wahrscheinlich recht fragwürdig. Wer bei DELL oder vermutlich auch vielen anderen Anbietern etwas auf Vorkasse bestellen möchte oder muss, weil der Arbeitgeber leider kein modernes Zahlsystem verwendet, wird dies eventuell auch feststellen.

 

Was ist passiert?

Es sollte ein einziges Notebook bei DELL direkt bestellt werden, da es auch nirgendwo anders verfügbar gewesen ist. Die Zahlungsmethode „auf Rechnung“ ist bei DELL laut der nach dem Warenkorb angegebenen Zahlungsmöglichkeiten ebenso nicht vorgesehen wie die für den Händler ungefährliche Zahlung per Vorkasse.

Zur Auswahl stehen Paypal, Kreditkarte, Giropay oder Sofortüberweisung. Leider konnte ich von diesen Möglichkeiten keine nutzen.

Beim Googeln nach „Dell“ und „Vorkasse“ fand ich einen alten Post indem jemand geschrieben hat, dass er über den telefonischen Vertrieb doch noch per Vorkasse zahlen konnte. Auf der DELL-Seite steht davon nichts, zumindest habe ich es nirgendwo gelesen.

Also habe ich den Vertrieb telefonisch kontaktiert und nach dem Auswählen der richtigen Menüpunkte hatte ich jemanden am Apparat, der ein Kundenkonto angelegt hat und mich für die Bestellung weitergeleitet hat. Die Bestellung per Vorkasse war dann wirklich möglich und ich sollte dem Vertriebler einfach meinen Warenkorb per E-Mail schicken, damit er das Exemplar des Notebooks, so wie wir es konfiguriert haben, für uns als Bestellung aufnehmen konnte.

Leider kamen die Mails bei mir nicht an, auch nicht im Spam-Ordner. Es ging dann telefonisch mehrmals Hin und Her. Irgendwann kam dann eine E-Mail mit dem Angebot an, die ich nochmals bestätigen sollte, damit er einen Nachweis hat, dass wir diese Bestellung wirklich tätigen wollten.

Dann kam irgendwann eine Proforma-Rechnung. Leider ohne Angabe des Verwendungszwecks für die Überweisung. Dann habe ich gefragt ob Kunden- und Auftragsnummer als Verwendungszweck okay sind, woraufhin mit „Ja“ geantwortet wurde. Einige Stunden später kam dann eine E-Mail mit einer Buchungsreferenznummer, welche als Verwendungszweck genutzt werden soll…

Ich bin gespannt, ob das Notebook wirklich ankommt 😀

 

„Kaufmännische“ Analyse

Ich bin zwar kein Vollblut-Kaufmann, trotz der zum Teil ja auch kaufmännischen FiSi-Ausbildung, aber ich wage zu bezweifeln, dass sich dieses Vorgehen für den Verkauf eines einzigen Notebooks so richtig rechnet. Alleine dass der Vertriebler insgesamt mindestens zwanzig Minuten mit mir telefoniert hat und auch bestimmt noch einmal die gleiche Zeit mit der Nachbearbeitung und den internen Prozessen beschäftigt gewesen ist, schmälert den Ertrag für das eine Notebook mit einem Bestellwert von etwas über 600 € netto doch schon erheblich, auch wenn die Gewinn-Marge trotzdem noch hoch genug sein wird. Dies alles nur, weil die Bezahlart „Vorkasse“ auf der Webseite nicht auswählbar ist?

Vielleicht kommt dieser Fall nicht oft vor, was ich mir irgendwie nicht vorstellen kann, aber mir erscheint dieses Vorgehen nicht wirklich logisch. Zumal die Kundschaft, die ein Notebook online bestellt, mit Sicherheit nicht auf den telefonischen Vertrieb angewiesen wäre, wenn einfach alle Bezahlmethoden online zur Verfügung stehen würden. Manche Dinge muss man wohl nicht verstehen. Wenn man aus irgendeinem Grund Vorkasse nicht als Zahlungsart akzeptieren will, wäre das ja verständlich wenn man dann konsequent wäre und diese auch nicht am Telefon anbieten würde. Denn es wäre mit Sicherheit einfacher wenn das System den Vorkasse-Auftrag einfach automatisch erstellen würde und wenn kein Geld beim Verkäufer ankommt dieser Auftrag einfach wieder storniert wird…

 

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