CloudPBX bei der Telekom – und die Routerkonfiguration

Gerade bei vielen Anschlüssen kann es sich lohnen diese bei der Telekom auf die sogenannte „CloudPBX“ umzustellen. Hierdurch spart man unter Umständen eine recht hohe monatliche Summe. Grundsätzlich handelt es sich um eine Telefonanlage in der Cloud. Die Telefonnummern werden in diesem Fall von den DSL-Anschlüssen „entkoppelt“ und in Accounts umgewandelt. Es ist somit auch einfach möglich eine Menge an Rufnummern an einer zentralen Stelle zu verwalten, diese umzuleiten und weiteres (PBX-Funktionalität). Zusätzlich sind diese nicht mehr an den Anschluss bzw. an die Zugangsdaten des DSL-Anschlusses gebunden, was einen Vorteil darstellen kann. Man kann somit die Nummern theoretisch auch in einer anderen Außenstelle verwenden oder sogar beliebig aufteilen, da man pro Anschluss je nach Tarif drei Rufnummern bekommen hat. Allerdings gibt es natürlich nicht nur Vorteile.

Die Probleme fangen wie so oft dann an, wenn man alles umgestellt hat und man merkt, dass man falsch beraten worden ist. Denn wie so oft unterstützt die von der Telekom zuvor verkaufte Hardware die neue Technologie nicht unbedingt hundertprozentig. Dies steht tatsächlich sogar auf der entsprechenden Info-Seite zu dem betroffenen Router bei der Telekom:

Die beschriebenen manuellen Spezialkonfigurationen gehören nicht zum unterstützten Service-Portfolio der Cloud PBX. Sie umfassen keinen Telekom Service.

Aber man sollte meinen, dass der Anbieter, der weiß welches Routermodell man (von ihm selber!) im Einsatz hat, sich diesbezüglich schlau macht und ein solches Projekt dann wieder abbläst oder eine zeitnahe Lösung anbietet. Aber im Regelfall ist das Kind dann schon in den Brunnen gefallen.

 

Die Umstellung

Für die Umstellung muss seitens der Telekom der Anschluss umkonfiguriert werden, sodass der betroffene Telefonanschluss defintiv einige Zeit ausfällt. Meistens kann man diesen dann im Lauf des Vormittags im CloudPBX-Portal der Telekom zuweisen.

 

Zyxel Speedlink 5501

Beim Zyxel Speedlink 5501 muss man unter „Telefonie“ > „VoIP-Anbieter“ ein Profil für die CloudPBX anlegen bzw. umkonfigurieren. Ich nehme dafür einfach immer das Profil „Telekom Auto“ und ändere das ab und benenne es in „Telekom PBX“ um:

Die anderen Profile dann einfach kurz öffnen und einfach den Haken bei „Aktivieren“ rausnehmen.

Danach kann man einfach der Standard-Rufnummer unter „Telefonie“ > „Rufnummern“, die bereits automatisch durch die Telekom konfiguriert ist, dieses Profil zuweisen und die Zugangsdaten entsprechend der Angaben im CloudPBX-Portal der Telekom anpassen:

 

Probleme mit dem Zyxel Speedlink 5501:

Offiziell wird dieser Router für die CloudPBX nicht unterstützt bzw. nicht empfohlen! Bis zu einem entsprechenden Update kam es oft dazu, dass man zwar von CloudPBX-Anschlüssen aus nach extern anrufen kann, aber diese einfach nicht mehr von extern angerufen werden können. Das ist ziemlich blöd, weil dadurch der Anschlussinhaber bzw. die Mitarbeiter vor Ort nicht mitbekommen, dass sie nicht erreichbar sind und dies auch nicht vermuten, weil sie ja selber raustelefonieren können. Es bleibt wohl irgendein Dienst auf dem Router hängen und er bekommt das nicht wieder intialisiert. Einzige Lösung ist dann ein Neustart des Routers! Leider passiert dies von Zeit zu Zeit auch noch nach dem erfolgtem Update.

Ebenfalls bleibt das Phone-Lämpchen auf dem Router nun rot, weil nicht alle Rufnummern initilasiert werden, außer man richtet diese alle ein (nicht getestet). Man kann diese allerdings nicht einfach löschen, außer man setzt den Router zurück bzw. deaktiviert die automatische Konfiguration.

Diesen Router würde ich aber aus einem viel viel dringlicheren Grund nicht mehr empfehlen. Hierzu folgt noch ein gesonderter Blogbeitrag.

 

Digitalisierungsbox Smart und Premium

Bei der Digitalisierungsbox Smart handelt es sich um einen Router aus dem Hause „Elmeg Bintec“. Es müsste sich um das Produkt „Elmeg Bintec Digitalisierungsbox“ handeln, welches man so findet wenn man danach googelt. Auch die Premium-Variante müsste von Elmeg Bintec stammen. Hier bin ich mir aber nicht zu 100% sicher, da mit den Bezeichnungen von der Telekom oftmals irgendwelche Geräte betitelt werden.

Die Einrichtung war jedenfalls grausam, denn man musste ALLES mögliche manuell einstellen. Seit einem Firmware-Update scheint sich dies aber darauf zu beschränken, dass man nur noch die Zugangsdaten für das Profil der CloudPBX angeben muss und man nun keine weitere Konfigurationen mehr vornehmen muss.

Falls man dies aus irgendeinem Grund doch noch manuell machen muss und nicht das aktuelle Firmware-Update hat, würde ich empfehlen dieses einfach direkt durchzuführen. Ansonsten muss man leider wie folgt vorgehen. Am besten stellt man die Ansicht, wie bei jedem der Router-Modelle, erst einmal auf „Experte“ um:

Danach habe ich unter den VoIP-Einstellungen das CloudPX-Profil angelegt:

 

Hier sind prinzipiell die gleichen Einstellungen wie beim Speedlink 5501 vorzunehmen:

Anscheinend ist hier egal, was man unter Registrar angibt. Ich habe es mit „tel.t-online.de“ und auch mit „hpbx.deutschland-lan.de“ erfolgreich getestet.

Dann wirkt eigentlich alles fertig. Aber leider fehlt noch eine wichtige Sache, die ich dann nur über den Assistenten für die Telefonie fand. Dort kann man die Anschlüsse des Routers konfigurieren:

Und dort gelangt man in die Anschluss-Einstellungen für das zuvor angelegte SIP-Profil. Und dort gibt es neben den Login-Daten die man bereits konfiguriert hat noch eine „Zuweisung Berechtigungsklasse für die Amtsleitung“. Diese muss man auf „Uneingeschränkt“ umstellen, sonst werden die Anrufe des angeschlossenen Telefons einfach nicht durchgelassen:

 

 

Digitalisierungsbox Basic

Bei der sogenannten „Basic“-Variante der Digitalisierungsbox, die wie der Speedlink 5501 von Zyxel stammt, ist die Einrichtung ab Werk am einfachsten gewesen. Denn hier muss man, ohne vorheriges Firmware-Update, lediglich die Zugangsdaten für die Rufnummer aus der CloudPBX hinterlegen. Dies wird vermutlich daran liegen, dass man bei diesem Router bzw. bei der Firmware für die Auslieferung so clever war, bereits das sonst manuell zu konfigurierende Profil für die CloudPBX der Telekom fest im Router zu hinterlegen. Das Profil kann man deshalb nun gar nicht sehen oder konfigurieren.

 

Man muss bei diesem Router, wie auch bei der Smart- bzw. Premium-Variante der Digitalsierungsbox, allerdings daran denken, dass man nach den getätigten Änderungen immer die gesamte Router-Konfiguration (oben in der Leiste) speichern muss!

 

Router-Empfehlung

Aufgrund der Erfahrung mit den oben beschriebenen Problemen würde ich für die CloudPBX die Digitalisierungsbox Smart/Premium (nur mit aktueller Firmware) oder Basic empfehlen. Allerdings sollte man auch die anderen Features der Router berücksichtigen, denn die Geräte von Bintec Elmeg bieten anscheinend als einzige eine Möglichkeit ein IPSec-VPN aufzubauen. Falls dies für einen wichtig ist, sollte man definitiv die Router-Modelle gut miteinander vergleichen.

Eine (hoffentlich noch aktuelle) Übersicht der verfügbaren Telekom-Router habe ich hier gefunden: https://www.telekom.de/hilfe/downloads/vergleich-digitalisierungsboxen.pdf
Allerdings ist hier noch von einer Standard-Variante die Rede, die nicht deckungsgleich mit dem Basic-Modell zu sein scheint. Etwas verwirrend…

Alternativ ist vielleicht die Nutzung eines IP-Telefons, in welchem man direkt die Zugangsdaten eintragen kann, die beste Variante. Denn so ist man komplett ungebunden vom ausgewählten Router und muss bei diesem auf keine Features bzgl. der Telefonie Rücksicht nehmen.

Wegen meiner persönlichen Erfahrung würde ich, obwohl ich diese nicht mit der CloudPBX genutzt habe, vermutlich trotzdem eine FritzBox von AVM als Router empfehlen. Es mag einfach an der Menge an Zyxel-Routern liegen die ich im täglichen Einsatz erlebt habe, das gefühlt mehr Probleme mit diesen auftauchen. Aber selbst meine alte FritzBox läuft an einem Telekom-Anschluss ohne irgendein Problem und auch dort wo ich diese in der Verwandschaft verbaut habe, höre ich selten von Problemen und teilweise läuft die Box seit Ewigkeiten einfach durch. Im Gegensatz zu den Zyxel-Routern die von Zeit zu Zeit einen „Tritt“ brauchen.

 

Genereller Nachteil

Natürlich gibt es auch einen gravierenden Nachteil über den man sich im Vorfeld im Klaren sein muss:

Wenn der Router, durch was auch immer, zurückgesetzt wird, dann kann er, obwohl er die Zugangsdaten bei einem BNG-Anschluss selber bekommt und sich direkt wieder einwählen kann, die Telefonie nicht wieder verbinden! Diese muss dann immer manuell mit den Benutzerdaten konfiguriert werden. Bei einer Außenstelle keine schöne Angelegenheit und man muss das auch erst mal erfahren. Durch ein IP-Telefon könnte man dies aber umgehen.

Ansonsten hat man die gleichen Probleme wie mit normalem VoIP:  Wenn man das Telefon im Notfall bräuchte wenn keine Internetverbindung besteht kann man das natürlich vergessen!

Weitere Probleme und noch nicht gelöste Besonderheiten kann man sich hier durchlesen: https://cpbx-hilfe.deutschland-lan.de/de/grundlagen/bekannte-einschraenkungen

 

Fazit

Kostentechnisch kann sich der Umstieg bei einer hohen Anzahl an Anschlüssen auf jeden Fall lohnen. Wie bereits beschrieben ist es aber derzeit, wenn man bestimmte Router verwendet, wohl noch an der Tagesordnung, dass man auf ein paar unschöne technische Probleme stößt. Wenn man dies verschmerzen kann und es die Kostenersparnis wert ist, spricht aber nichts gegen den Umstieg.

 

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