Buch-Review: The 4-Hour Workweek (von Tim Ferriss)

Mittlerweile müsste es schon gut 3 oder 4 Jahre her sein, dass ich dieses Buch, welches sehr bekannt ist, gelesen habe. Es müsste auch das erste Buch in dieser Richtung gewesen sein. Der Inhalt ist nicht ganz zu Unrecht teilweise umstritten.

Das was andere an dem Buch kritisieren, muss ich zugeben, finde ich mittlerweile auch, aber es ist trotzdem ein lesenswertes  Einstigesbuch. Grundsätzlich schreibt Ferriss davon, wie er alle seine Aufgaben soweit ausgelagert hat, dass seine virtuelle Assistenz sogar seine Arzt-Termine und dergleichen geregelt hat und er ohne Probleme herumreisen kann, während sein Business normal weiter läuft. Das Buch ist ganz nett und lustig geschrieben und Herr Ferriss wird nicht müde, davon zu erzählen, was er alles für Dinge in seinem Leben erlebt hat und dass er sogar einen Weltrekorde aufgestellt hat. Das ist allerdings nicht all zu schwer, wenn man es in einer Disziplin macht, in der es noch niemand anders getan hat 😉

Vieles dreht sich in dem Buch um das ständige Verreisen. Wem dieser Lebensstil aber nicht zusagt, für den sind viele Passagen eher unbrauchbar. Einiges ist als normaler Arbeitnehmer auch defintiv nicht anwendbar, zumindest nicht in Deutschland. Einfach mal ins Ausland abhauen, während man dem Arbeitgeber vorgaukelt man fühle sich nicht gut und macht Home-Office, während man das Notebook durch die Weltgeschichte herum trägt, sollte man besser unterlassen. Wenn das rauskommt hat man hierzulande in vielerlei Hinsicht ein Problem. Gekündigt zu werden wäre da noch die mildeste Konsequenz.

In dem Buch gibt es allerdings auch einige wirklich zu beherzigende Erkenntnisse. So z. B. das „relatives“ Einkommen wichtiger ist als „absolutes“ Einkommen. 10 Stunden die Woche arbeiten für beispielsweise 2000 € im Monat ist mit Sicherheit gesünder und gibt einem mehr Zeit wirklich zu leben, als 60-80 Stunden die Woche für 8000 € im Monat zu arbeiten. Aber der Grundtenor des Buches stimmt leider nicht ganz, denn so gut wie niemand wird es schaffen ein Unternehmen aufzubauen, für welches man direkt beim Start nur halbherzige 4 Stunden die Woche opfern muss. In den ersten Jahren werden dies mit Sicherheit mindestens durchgehend 12 Stunden pro Tag sein und zur Entspannung vielleicht „nur“ 6-8 Stunden an Sonn- und Feiertagen. Wenn man sich dann irgendwann durchgerungen hat sein „Baby“ zu verkaufen oder wie Bill Gates die Führung abzutreten und sich selber aus dem Tagesgeschäft zu entfernen, dann hat man finanzielle Freiheit erreicht.

Letzt endlich ist es auch bei diesem Buch, wie es in „The Millionaire Fastlane“ beschrieben wird, fragwürdig ob der Autor wirklich wegen seines ausgelagerten Businesses und der angeblichen 4 Stunden die Woche, die er damit verbringt, sein Geld verdient hat, oder weil er dieses Buch über eben jenes Business und die dazugehörigen Seminare sehr gut vermarktet und verkauft hat.

 

Tobias Langner

Ich arbeite seit mehreren Jahren als IT-Administrator, bin ausgebildeter Fachinformatiker für Systemintegration und Studium-„Pausierer“ an der FernUni Hagen

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