Artikel 13 durchgewunken – der nächste Irrsinn nach der DSGVO

Man mag es kaum glauben, wie dumm Menschen sein können, aber die Verabschiedung von Blödsinn wie der DSGVO und jetzt Artikel 13 zeigen einem, dass es immer dümmer geht als man meinen dürfte. Worum es bei Artikel 13 bzw. der Urheberrechtsreform geht, braucht man glaub ich nicht mehr erwähnen, aber wie unsinnig das Ganze ist, wird sich in der Zukunft wahrscheinlich zeigen.

Europa katapultiert sich selber ins Aus, was das digitale Zeitalter angeht. Die gerechte Strafe wird vermutlich dann kommen, wenn aus Gründen der Einfachheit und der Furcht vor Strafen, einfach keine Seiten mehr in Europa aufrufbar sind. Kleine Plattformen wird es sowieso nicht mehr geben, da der Aufwand die bald 10.000 Gesetze einzuhalten einfach zu enorm ist. Irgendwie wird das nur die schon jetzt übermächtigen Giganten des Internets weiter stärken. Die sind diejenigen mit den Anwalt-Teams und den Milliarden auf der hohen Kante, um alles einfach wegzuklagen oder zu bezahlen.

Kleine Seiten, Blogs, Nischenseiten sind meistens DSGVO-mäßig wesentlich konformer unterwegs als die Riesen. Man möge sich einfach mal die Seite einer großen deutschen Zeitung zu Gemüte führen, deren Name mit einem großen W anfängt und mit einem kleinen t endet. Dort wird sich weder großartig an die DSGVO, noch an die Richtlinien von Google für die Nutzung von Adsense gehalten. Alles scheiß egal. Als kleiner Betreiber dagegen ist man bei Gegenwind wahrscheinlich sofort erledigt und finanziell am Arsch.

Apropos Zeitungen. Ich hoffe der „Upload“-filter trifft auch Zeitungen und Fernsehsender, aber leider werden diese vermutlich wie eh und je weiter machen dürfen und nutzen lustig Videos und Fotos für ihre „neutrale“ Berichterstattung (haha). Ich erinnere mich an eine „Zeitung“, die bei Amokläufen im Netz auf die Jagd nach Klassenfotos gegangen ist und diese einfach abgedruckt hat… Urheberrecht und Gesetze? Für „guten“ Journalismus kann man sich darüber einfach mal hinwegsetzen.

Es ist einfach unfassbar was für ein Scheiß durchgewunken wird. Erinnert sich noch jemand an die Kopierabgaben, die vor 10 Jahren oder so eingeführt worden sind? Diese haben es auch irgendwie geschafft umgesetzt zu werden. Jeder zahlt dafür, dass man mit Brennern, CD-/DVD-Rohlingen (wer auch immer die noch kauft), USB-Sticks, etc. theoretisch Privatkopien anfertigen könnte. Was ich schon immer toll daran fand, ist die Tatsache, dass man automatisch zu einem Täter erklärt wird. Und Kopien von nicht legal erworbenen Medien darf man trotzdem nicht anfertigen. Also es gibt ja nichts besseres als für etwas zu zahlen was man nicht darf, aber wozu man halt in der Lage wäre es zu machen. Genauso könnte man Geld dafür eintreiben, wenn man mit dem Auto schneller fahren kann als es auf dem Schild steht, weil es ja sein könnte, dass man es irgendwann macht.

Die neue Urheberrechtsreform und die DSGVO sind das Ergebnis davon, wenn Leute Gesetze festlegen und Entscheidungen über Sachverhalte treffen, von denen sie einfach mal so gar keine Ahnung haben. Für Ahnungslosigkeit bezahlt werden, ein Traum, der als Politiker wahr werden kann. Die Konsequenz wird sein, dass einfach viel zu viel geblockt werden wird und Leute frustriert aufgeben werden Inhalte, zumindest solche wie bisher, online zu stellen. Damit hat man auf der anderen Seite dann vielleicht erreicht, dass z. B. die Musik von Künstlern, die damit Geld verdienen, aus dem Web mehr oder weniger verschwindet. Mir fällt da spontan Lars Ullrich mit seiner legendären Klage gegen die Napster-Benutzer ein 😀

Was diese Leute auch nicht verstanden haben und niemals verstehen werden, ist, dass die wahren Raubkopierer in anderen „Kanälen“ unterwegs sind und auch der Normalnutzer gezwungen wird irgendwann wieder dorthin abzutauchen wenn alles irgendwann geblockt ist. Raubkopien hat es schon immer gegeben und wird es auch immer geben. Und ist es wirklich so schlimm, wenn in einem lustigen Video, in dem sich irgendeine Tante im Garten aufs Maul legt, ein Lied für 30 Sekunden, in einer schlechten Qualität und vom Lachen der anderen Personen fast übertönt, zu hören ist? Das gesamte Medien-Nutzungsverhalten hat sich halt in den vergangenen Jahren stark geändert. Aber ein Uploadfilter wird wahrscheinlich auch ein solches Video abschmettern.

Allerdings wird dieses Gesetz, wie auch die DSGVO, wahrscheinlich nicht das Ende des Internets bedeuten. Immerhin wird alles immer heißer gekocht als gegessen. Die richtig große Abmahnwelle die bei der DSGVO befürchtet wurde blieb auch aus und wie bereits geschrieben, hält sich auch an diese niemand zu 100%.

 

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