Abgerauchtes Netzteil bei Dauerbetrieb eines normalen PCs

Mittlerweile habe ich den Tod eines Rechner-Netzteils mehrmals mitbekommen. Meistens ist der Rechner lange Zeit durchgelaufen, bevor das Netzteil den Geist aufgibt.

Ein normales Netzteil bzw. ein normaler Rechner ist vom Hersteller logischerweise nicht für den 24/7-Betrieb ausgelegt. Trotzdem ist es für die meisten Rechner erst einmal kein Problem dauerhaft durchzulaufen. So lief vor einigen Jahren mein Rechner fast durchgehend, meist nahezu im Leerlauf mit nur einigen wenigen Aufgaben, für mindestens ein Jahr am Stück durch. Dieser wurde lediglich alle paar Tage neu gestartet, da Windows in der Regel irgendwelche Probleme hatte. Das damals von mir gekaufte Netzteil von „Tagan“ war nicht ganz preiswert, funktioniert aber trotz der dauernden Belastung heute immer noch. Die restliche Hardware des Rechners musste zwischenzeitlich mal getauscht werden, da das Mainboard den Geist aufgegeben hat, aber die getauschten Komponenten liefen immerhin von 2009 bis 2016, wenn ich mich recht erinnere, und wurden lediglich aus Performancegründen ausgetauscht.

Die plötzlichen Netzteil-Tode traten bisher immer bei Fertig-Rechnern auf. Drei- oder viermal habe ich dies bei einem DELL-Rechner im Betrieb und einmal bei einem alten ALDI-PC bei meinem Vater erlebt.

Das Netzteil ist dabei immer nach folgendem Szenario gestorben: Der Rechner läuft dauerhaft durch. Irgendwann geht der Mitarbeiter für 2 Wochen in Urlaub und denkt daran seinen Rechner auszuschalten um Strom zu sparen. Nach 2 Wochen kommt der Mitarbeiter wieder und schaltet seinen Rechner wieder ein. Entweder geht das Netzteil sofort beim Einschalten kaputt, in einem Fall geschah dies sogar mit einem qualmenden Netzteil, oder aber der Rechner läuft den ersten Arbeitstag bzw. ein paar Stunden ganz normal und verabschiedet sich dann.

Meine Vermutung war immer, dass die bei (Marken-)Fertig-Rechnern verbauten billigen NoName-Netzteile einfach nicht damit klar kommen, wenn sich nach langem durchgehenden Betrieb die Kondensatoren mal wieder vollständig entladen. Ob dies wirklich so ist kann ich allerdings nicht beurteilen.

Aus meinen Erfahrungen kann ich allerdings ableiten, dass gegen den 24/7-Betrieb eines „normalen“ Rechners grundsätzlich nichts spricht. Die höhere Abnutzung der nicht dafür ausgelegten Komponenten wie der Festplatte muss man dabei im Kopf behalten, allerdings nutze ich einige der Platten die damals dauerhaft betrieben wurden heute immer noch als Datengrab, sodass auch hier nicht pauschal gesagt werden kann, dass man die Komponenten nach einiger Zeit vergessen kann. Sofern man allerdings kein hochwertigeres Netzteil verwendet, sollte man den Rechner wohl nicht mehr ausschalten 😀

Tobias Langner

Ich arbeite seit mehreren Jahren als IT-Administrator, bin ausgebildeter Fachinformatiker für Systemintegration und Studium-„Pausierer“ an der FernUni Hagen

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