Small Business Server 2011 als Windows Server 2008 R2 weiter nutzen?

Vielerorts werden alte Server-Produkte von Microsoft nun ins Aus befördert. So auch der Small Business Server 2011, der als eierlegende Wollmilchsau bzw. Bündelung vieler Microsoft-Netzwerkdienste vertrieben worden ist. Deshalb kommt eventuell die Frage auf, was mit der Lizenz noch gemacht werden kann. Die Antwort darauf ist am Ende aber recht simpel und leider enttäuschend.

 

Technischer Hintergrund

Grundsätzlich handelt es sich beim Small Business Server 2011 (kurz SBS) um einen Windows Server 2008 R2, auf dem im Normalfall ein Domain Controller/Active Directory, DNS, DHCP, ein Exchange 2010, ein WSUS-Server, ein IIS, ein Sharepoint und somit auch ein SQL-Server installiert ist.

Da das ganze Konstrukt also eigentlich auf einem Server 2008 R2 aufsetzt, könnte man auf die Idee kommen den SBS als solchen, ohne die zusätzlichen Dienste, einfach weiter zu benutzen. Entweder durch eine frische Installation eines Server 2008 R2 oder durch Deaktivieren aller SBS-üblichen Dienste. Dies könnte eventuell für irgendeine alte Software aus Kompatibilitätsproblemen noch Sinn machen.

 

Lizenzproblem

Diesem Vorhaben steht allerdings die gekaufte SBS-Lizenz im Weg! Denn die Lizenz ist leider nach dem „Abbau“ des SBS komplett unbrauchbar. Außer für diese eierlegende Wollmilchsau darf man sie nämlich für nichts anderes verwenden. Aus diesem Grund soll es wohl auch so sein, dass der SBS nach dem man ihn der Funktion als primärer Domänencontroller beraubt hat meckert und in regelmäßigen Abständen einfach neu startet um einem diese illegale Fehlnutzung immer wieder zu signalisieren.

Lediglich wenn der SBS weiterhin auch ein (eigenständiger) Domänencontroller wäre, würde sich das Neustarten verhindern lassen. Diesen aber eventuell mit einer zweiten Domäne mitlaufen lassen wäre aber ein Overkill um so eine auch schon betagte Server 2008 R2-Lizenz künstlich am Leben zu halten. Ob dies lizenzrechtlich überhaupt konform wäre, da man die Domäne ja gar nicht nutzt, ist dann noch eine andere Frage. Der Server ließe sich aber dann auch nicht brauchbar in die neue Domäne integrieren, sodass man sich nur unnötigen Ballast ans Bein binden würde.

Leider finde ich gerade die Seite nicht mehr, auf der die entsprechende Passage aus den Lizenzbestimmungen zitiert worden ist. Ich suche das aber nochmal raus…

 

Fazit

Nach dem Stilllegen der Domänencontroller-Funktionen des SBS ist das Lizenzpapier bestenfalls noch als Klopapier zu gebrauchen. Aber so ist das halt irgendwann mit der in vergangenen Tagen angeschafften Soft- und auch Hardware. Auf der anderen Seite ist es auch gut, dass die Ära des SBS nun ein Ende hat. Denn mit dem Produkt hat Microsoft selbst gegen eine elementare Grundregel verstoßen, nämlich durch das Bündeln einer ganzen Reihe kritischer Netzwerkdienste auf ein und dieselbe (virtuelle) Maschine!

 

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