Organspende, DSGVO und so was

In den letzten Tagen habe ich mich mal mit etwas abseits von Technologie beschäftigt, weil es momentan auch Gesprächsstoff ist: Organspende. An sich passt dieses Thema eigentlich nicht wirklich auf diesen Blog, da er eigentlich für technische Themen gedacht ist. Aber die Verbindung kommt gleich 😉

Organspende. Ein Thema über das man sich auf jeden Fall Gedanken machen sollte. Sowohl wenn man spenden will, wie auch für den Fall, dass man dies ausdrücklich nicht möchte. Vorab: Ich habe mir heute einen Haufen „Nicht-Spender“-Ausweise (in Deutsch und Englisch) gemacht und werde auch an verschiedenen Stellen ausführliche Widerspruchserklräungen hinterlegen. Nun kann man sich fragen warum, was auch berechtigt ist. An sich mag Organspende, im Fall des Ablebens, eine tolle Möglichkeit sein jemand anderem vielleicht das Leben zu retten und ich spreche meinen Respekt aus für die Leute die dies machen.

Allerdings findet man durchaus genug kritische Stimmen, wenn man sich mit dem Thema befasst. Zuerst einmal sollte man sich bewusst machen, dass mit Tod nur der sogenannte „Hirntod“ gemeint ist. Hirntod bedeutet, dass keine Gehirnaktivität mehr messbar ist und der Mensch z. B. eventuell ohne künstliche Beatmung dann nicht mehr weiterleben kann. Festgestellt wird dies anscheinend von zwei Ärzten bei zwei Untersuchungen innerhalb eines bestimmten Intervalls, von 6-12 Stunden wenn ich mich recht entsinne. Dazu habe ich auch eine Dokumentation gesehen, die mich eher im Misstrauen sitzen gelassen hat. Man findet auch einige Fälle, bei denen Leute nach durchaus längeren Zeiträumen wieder Gehirnaktivität hatten und heute wieder ganz normal leben. Ohne es böse zu meinen, aber Fehldiagnosen passieren überall, aber dabei darf so etwas nicht sein. Eine „todsichere“ ( 😀 ) Diagnose ist das defintiv nicht! Ein Problem scheint wohl zu sein, dass trotz der eigentlich vorhandenen Richtlinien von der Bundesärztekammer, nicht unbedingt die absoluten Experten die Diagnose durchführen. Manchmal führen diese die Diagnose sogar durch, nachdem den Patienten Medikamente verabreicht wurden, die eine Fehldiagnose begünstigten. Dann werden noch Protokolle schlampig ausgefüllt oder verschwinden einfach und dergleichen.

Und dann kommt das Wichtigste, was ich grundsätzlich schon so ähnlich gehört hatte, was man sich aber schon zu Gemüte führen muss, wenn man eine Entscheidung für oder gegen die Organspende trifft: Im Falle des „diagnostizierten“ Hirntodes wird man dann aufgeschnitten und die Organe entnommen, während man eigentlich noch lebt! Eine Spende wenn der Rest des Körpers nicht mehr arbeitet und keine aktive Durchblutung mehr stattfindet ist gar nicht möglich.

Mit der Vorstellung, dass man doch nicht „richtig“ tot ist und noch irgendetwas oder vielleicht sogar alles mitbekommt, wenn man vielleicht ohne Narkose aufgeschnitten und auseinander genommen wird, kann ich mich nicht anfreunden. Selbst wenn nur eine minimale Chance besteht möchte ich das nicht erleben müssen. Und man muss immer dazu sagen: Der Hirntod ist der jetzige Stand der Forschung bzw. eigentlich nur eine Begrifflichkeit, die man sich ausgedacht hat um das Transplantationsgesetz aufrecht halten zu können! Es gab auch Zeiten, da dachte man der Mensch sei tot sobald das Herz stillsteht und man kann ihn nicht mehr wiederbeleben. Der Mensch maßt sich immer an über Dinge zu entscheiden, die er nun mal nicht bis ins kleinste Detail versteht und vielleicht auch nie verstehen wird.

Des Weiteren habe ich ein richtiges Problem damit unserer Gesundheits-„Industrie“, anders kann man es nicht nennen, hinsichtlich solcher Dinge zu vertrauen. Wenn ein Krankenhaus schon Leute einfach nur operiert, weil es bestimmte Quoten erfüllen muss, dann kann ich auch an solche Dinge wie die absolut korrekte Druchführung bei Hirntoddiagnosen und Organspenden nicht glauben.

Was mich allerdings etwas aufregt, auch wenn man es für eine gute Sache halten mag, ist die Tatsache, dass man der Organspende in Zukunft vielleicht in Deutschalnd „aktiv“ widersprechen muss. Dieses Opt-Out bei einer schwerwiegenden Entscheidung finde ich angesichts der geforderten Double-Opt-Ins für so trivialen Kram wie Newsletter-Anmeldungen, bei denen man im schlimmsten Fall ungewollt Werbung bekommt,  schon arg dreist. Noch schlimmer finde ich, dass man gar nicht darüber aufgeklärt wird, dass dies in vielen Ländern schon lange so ist und man ohne Widerruf, auch als Tourist, dort automatisch ein Spender wird, wenn man dort für hirntot erklärt werden sollte. Das passt für mich nicht so richtig zusammen. Zur Vorsicht habe ich mir deshalb jetzt schon die besagten „Nicht-Spender“-Ausweise gemacht. Allerdings, ohne es direkt unterstellen zu wollen, kann ich mir schon vorstellen, dass man dann in Zukunft „den Widerruf leider nicht gefunden hat“ und deshalb leider die Organe schon einfach entnommen hat. bevor die Verwandten widersprechen konnten…

Dies soll keine Anti-Organspende-Kampagne sein, aber man sollte sich defintiv bewusst sein, was man da macht und auch entsprechend aufgeklärt werden. Da ich auch Berichte gesehen habe, in denen die Verwandten des Hirntoten laut ihrer Aussage massiv dazu gedrängt worden sind, in einer Phase der Trauer, die Organe freizugeben, sollte man Vorkehrungen treffen, wenn man dies defintiv nicht möchte. Man sollte sich auch kein schlechtes Gewissen einreden lassen, wie es auch gerne in Kommentaren unter Youtube-Videos und in Beiträgen gemacht wird.  Man schuldet niemandem etwas, auch nicht wenn man dadurch jemandem das Leben retten würde.

 

Recht gute Infos bekommt man auf der Seite eines Vereins, der sich für die richtige Aufklärung zu dem Thema einsetzt:

 
 

Tobias Langner

Ich arbeite seit mehreren Jahren als IT-Administrator, bin ausgebildeter Fachinformatiker für Systemintegration und Studium-„Pausierer“ an der FernUni Hagen

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