Irreführende Marketing-Bezeichnungen für Technologien

Ein echtes Ärgernis für Nicht-Noobs sind die immer wieder auftretenden „falschen“ Marketing-Begriffe, die aus Werbegründen verwendet werden.

So ist z. B. der Begriff All-IP aus der Marketing-Schmiede der Telekom ein furchtbarer Fehlgriff. Was soll das bedeuten? Das alle Dienste wie Telefonie und Fernsehen über das Internet laufen? Ausgehend davon, dass wir bereits vor mehr als 10 Jahren auf Voip umgestiegen sind, hatten wir wohl schon da mehr oder weniger einen All-IP-Anschluss.

Genauso wie der Begriff Router wohl von AVM und den ISPs „versaut“ wurde. Eine FritzBox ist viel mehr eine Eier-legende Wollmilchsau. So kann es passieren, dass Verwandte einen günstigen WLAN-Router kaufen und dann feststellen, dass dieser „Router“ gar nicht an die Telefondose angeklemmt werden kann. Wieso sollte ein Router diese Funktionalität auch haben? Ein normaler Router hat halt kein integriertes DSL-Modem.

Oder die Bezeichnungen HDready, FullHD und 4K / UltraHD. Wie kann man so etwas nur so versauen? FullHD macht an sich ja schon gar keinen Sinn mehr, wenn es eine noch höhere Auflösung gibt. HDReady wurde auch nur eingeführt um Leute abzuzocken, die sich dann, wenn sie irgendwann merken, dass HDReady nicht einfach nur bedeutet, dass der Fernseher schon HD kann, einen FullHD-Fernseher kaufen.

Ebenso toll fand ich die Anpreisungen für die schlechtesten OnBoard-Grafikchips in Fertig-Rechnern. Da war die Rede von irgendwelchem „Ultra Fast Cache“, „Turbo Cache“ oder „Hyper Memory“. Ein großer Marketing-Gag, denn der Chip hatte meist nur einen minimalen Anteil an eigenem Speicher, der Rest wird nach wie vor dem RAM abgezwackt. In der Praxis fühlt sich das nicht nach Turbo an.

Das „Surface RT“ von Microsoft war auch so ein Knaller. Viele Kunden haben an dem Zusatz RT, der wohl für „Runtime“ stehen sollte, mitnichten erkannt, dass es sich um eine spezielle Windows-Version für den ARM-Prozessor handelt. Unter dieser Version sind leider keine herkömmlichen Programme ausführbar. Dass war schon cool, als man dann in den App-Store von Microsoft geschaut hat und die gähnende Leere vorfand. Beim Kollegen stand das Ding nachher nur auf dem Schreibtisch um E-Mails anzuzeigen, in der kastrierten vorinstallierten Mail-App 😀

Vermutlich könnte man mit einer solchen Aufzählung Stunden lang weiter machen. Insgesamt ist es aber ernüchternd, wie oft man aufpassen muss, dass man nicht auf schwachsinnige Bezeichnungen hereinfällt. Freuen dürften sich eigentlich nur IT-Dienstleister, die einem Kunden die schlechte Nachricht überbringen, dass seine gekaufte Hardware ungeeignet ist und ihm gleich den nächsten Schwall an Geräten verkaufen kann.

 

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