Projektbörsen für IT-Projekte: Lohnt sich das überhaupt?

Seit längerem bin ich bei Tenner angemeldet und ich habe mich zum Testen mal bei twago angemeldet. Hier werden insbesondere Dienstleistungen im IT- bzw. Onlinebereich angeboten bzw. nachgefragt. Bisher wurde meine Mitgliedschaft bei diesen Seiten mit sehr mäßigem Erfolg gekrönt. Worum es sich grundsätzlich bei diesen Projektbörsen handelt und was das Problem damit ist, zeige ich in diesem Artikel.

Ich teile im Folgenden meine knappen Erfahrungen mit den beiden Projektbörsen twago und Tennerr. Zwar gibt es noch weitere Projektbörsen, allerdings gehe ich nicht davon aus, dass diese wirklich besser oder schlechter sind als die beiden genannten. Zusätzlich habe ich mir Ebay Kleinanzeigen und Facebook-Gruppen als mögliche Projektquellen angesehen.

 

Tennerr

Hier kann man sich bzw. seine Dienstleistungen präsentieren. Der Name „Tennerr“ ist angelehnt an die englischsprachige Konkurrenz „Fiverr“. Wie es der Name schon vermuten lässt befindet man sich hier preislich eher im unteren Segment. Dabei besteht der Trick darin, dass man die Dienstleistungen in kleinere Segmente einteilt, die dann unterschiedliche Preise haben, sodass man dann letzt endlich doch einen hohen Preis kassiert wenn jemand das „volle Paket“ bucht. Wenn ein Auftrag zustande kommt, dann bekommt Tennerr daran eine Beteiligung und bisher war das vor allen Dingen Zeitverschwendung. Auf Tenner bekam ich zwei Anfragen, die allerdings im Sande verlaufen sind.

Bei der günstigen Konkurrenz auf Tenner kommt man sich teils vor als würde man sich in einem Ramschladen präsentieren.

 

Twago

Auf Twago kann man vor allen Dingen Zeit und Geld gleichzeitig verschwenden. Denn hier zahlt man Geld dafür, wenn man sich auf Projekte bewirbt, selbst wenn man diese nachher nicht bekommt. Und man weiß auch nicht was die anderen bieten, im Gegensatz zu einer öffentlichen Auktion auf Ebay. Anders hat man keine Möglichkeit hier an Projekte zu gelangen. Das Prinzip ist also das gleiche wie bei Myhammer, dem Portal für Handwerker-Aufträge.

Neben völlig unzureichenden Projektbeschreibungen und der damit einhergehenden Ungewissheit über das tatsächliche Arbeitspensum bzw. die Vorstellungen des Auftraggebers, gibt es dann auch die andere Variante. Nämlich die völlig übertriebenen Vorstellungen die in einer ausführlichen Projektbeschreibung für kleines Geld abverlangt werden. Nach dem Motto: „Programmier doch mal ein Betriebssystem für 500 € bis nächste Woche“.

Und dann gibt es da noch Projekte bei denen man die Beschreibung liest und sich anhand des beschriebenen Modells, wie mit dem Endprodukt Geld verdient werden soll, die Frage stellt, wieso man das für jemand anderen für ein paar Hundert Euro realisieren sollte. Man könnte es da besser einfach direkt selber umsetzen und dann langfrisitig selber damit Geld verdienen.

 

Facebook Gruppen

In Facebook-Gruppen für Selbständige und für Projektausschreibungen geht es soweit ich gesehen habe preislich realistischer zu als in den Projektbörsen. Zwar gibt es hier auch Leute die eine Software oder ein Webprojekt für einen Appel und ein Ei anfragen, allerdings wird hier recht schnell die Preisvorstellung in den Kommentaren zu recht gerückt. Trotzdem ist hier auch der Ton oftmals etwas ruppig und man macht sich auch gegenseitig gerne fachlich fertig.

Ich selber habe allerdings bisher auf kein Projekt in einer solchen Gruppe reagiert. Hier sind auch recht viele wirklich Vollzeit-Selbständige oder Agenturen unterwegs die sich relativ zügig mit den Auftraggebern in Verbindung setzen.

 

Ebay Kleinanzeigen

Auf Ebay Kleinanzeigen habe ich gemischte Erfahrungen gesammelt.

Dort habe ich vor langem schon einmal für jemanden etwas in Excel VBA programmiert um eine Aufgabe zu automatisieren bzw. zu vereinfachen. Trotz funktionierender Demo entschied man sich dann doch lieber Studenten dafür zu bezahlen die Aufgabe manuell (und vermutlich mit Fehlern) zu verrichten. Schade, denn dadurch schmeißen diese Leute monatlich mehr Geld für eine einfache Datenverarbeitung heraus als es sie gekostet hätte wenn sie meine einmalig nötige Arbeit bezahlt hätten.

Allerdings konnte ich bei Ebay Kleinanzeigen einen zufriedenen Kunden gewinnen, der einige Aufträge und immer wieder Anpassungen beauftragt hat. Von daher hat es sich insgesamt schon gelohnt bei Ebay Kleinanzeigen auf Kundensuche zu gehen.

Natürlich hat man bei Ebay Kleinanzeigen oder anderen Kleinanzeigen-Portalen die Möglichkeit eine Anzeige zu pushen indem man etwas Werbebudget aufwendet. Dies habe ich allerdings bisher nicht gemacht und habe rein auf organischen Traffic gehofft.

 

Fazit

Ich denke, dass die Projektbörsen allgemein eher als Zeitverschwendung angesehen werden können und man sich dort für viel Arbeit oft nur ein Taschengeld verdienen kann. Diese Meinung vertreten auch viele Leute in Projektgruppen auf Facebook oder anderen Plattformen, wo man ja auch preislich in anderen Sphären unterwegs ist. Denn dort wird auf solche unvollständigen Projektvorstellungen zu solch unterirdischen Preisen meistens mit Lach-Smileys und recht abfälligen Kommentaren reagiert. Die Kundensuche auf Kleinanzeigen-Portalen ist mehr eine „Auf Gut Glück“-Suche, aber kann durchaus lohnenswert sein wenn daraus eine längerfristige Kundenbeziehung entsteht. Eventuell lässt sich hier durch ein kleines Werbebudget noch etwas mehr erreichen. Für wirklich rein Selbständige kann dies aber wohl nur zusätzlich zur „richtigen“ Kundenakquise genutzt werden, da hier einfach zu wenig Reaktionen stattfanden.

 

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