Adobe Premiere und die Auslagerungsdatei: Fehler beim Kompilieren des Films

Mit Adobe Premiere Pro 2020 hat man schon erhebliche Gestaltungsmöglichkeiten und kann wirklich tolle Videos erstellen. Leider sind auch die Bugs und unerklärliche Abstürze mindestens genauso vielfältig und erschweren den Workflow. So auch ein Fehler bei dem Premiere während der Bearbeitung oder dem Encoding mit den folgenden Fehlermeldungen abstürzt:

Fehler beim Kompilieren des Films
Fehler bei der Frame-Erstellung
Fehlerhafte Zuweisung beim Erstellen eines mit dem Datenträger abgeglichenen Videoframes.


 

Problem

Während der Videobearbeitung oder beim Export eines längeren 4k-Videos kam es immer wieder zu einem wirklich heftigen Programmabsturz.

Sogar Windows wurde mit in den Tod gerissen. Kurze Zeit nach Auftreten der Fehlermeldung sind meistens beide Bildschirme schwarz geworden und es kam nur einer zurück. Und zwar in einer völlig falschen Auflösung und mit starken Bedienungsproblemen. Das Startmenü ließ sich nicht einmal mehr vernünftig nutzen.

Die erste Vermutung war, dass vielleicht ein Problem mit der Grafikkarte oder dem Grafikkarten-Treiber besteht. Es ließ sich aber nicht durch eine Neuinstallation des Treibers beheben. Nach einem Neustart war auch alles wieder in Ordnung, außer dass dieses Problem in Premiere wieder auftauchte. Bezüglich Problemen mit einer Grafikkarte und dem gleichen Fehlerbild fand ich diesen Thread in einem Forum, der bei mir allerdings nicht weiterhalf.
 

Analyse

Eine andere Anwendung, die bei einem der Export-Versuche neben Premiere geöffnet war, verkündete Probleme wegen einer zu kleinen Auslagerungsdatei! Windows hingegen hat hier keine Probleme gemeldet! Die Meldung lautete:

Die Auslagerungsdatei ist zu klein, um diesen Vorgang durchzuführen.

Da dämmerte es mir: Weil Laufwerk C: relativ voll gewesen war, hatte ich vor einiger Zeit auf dem betroffenen Rechner die pagefile (Auslagerungsdatei) als Speicherplatzfresser ausfindig gemacht. Diese wurde von Windows verwaltet und betrug irgendetwas um die 90 GByte. Da hatte ich damals keinen Zusammenhang zu Adobe im Sinn und hatte die manuell auf 16 GByte herunter gestutzt.

Zur Beobachtung habe ich den Export in Premiere noch einmal gestartet. Währenddessen konnte ich im Task-Manager sehen, dass der RAM und der virtuelle Speicher komplett zu laufen. Ist ja auch super aus der Fehlermeldung von Premiere ersichtlich, dass es hier ein Problem mit der Auslagerungsdatei gibt. Wer sowas programmiert …

 

In einem weiteren Versuch habe ich dann den gesamten freien Speicherplatz von Laufwerk C: einfach fest der Auslagerungsdatei zugewiesen (immerhin 150 GByte). Tja, und das hat funktioniert und in der Spitze waren 109 GByte (!) des verfügbaren Speichers belegt. Ich habe leider versäumt von dem Höchstwert einen Screenshot zu machen 😉

Ich weiß nicht, ob es an der Verwendung der Grafikkarte für das Encoding und die Bearbeitung liegt, aber was passiert denn hier mit dem RAM und dem virtuellen Speicher? Wofür gibt es denn die anderen Cache-Ordner etc.?!

 

Einzige Lösung?

Die Auslagerungsdatei zu maximieren oder von Windows verwalten zu lassen erscheint mir die einzige Möglichkeit zu sein, um diesem Problem vorzubeugen. Anscheinend am besten auch auf einer eigenen freien SSD, wenn man sich den Speicherbedarf so ansieht. Wenn Windows die Auslagerungsdatei verwaltet, wird diese allerdings wohl auch nicht mehr kleiner. Was für eine Verschwendung von Speicherplatz das doch ist… Insbesondere dann wenn Windows selber nur die Notwendigkeit für 5 GByte virtuellen Speicher sieht:

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