Fazit zur Berufsausbildung

Hier möchte ein kurzes Feedback zu meiner Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration geben, die ich um ein halbes Jahr verkürzt habe.

Vorne weg: Ich kann diesen Ausbildungsberuf leider nur bedingt weiterempfehlen. Insbesondere möchte ich eine Warnung für Leute aussprechen, die sich im Vorfeld nicht wirklich tiefer gehend mit dem Computer auseinander gesetzt haben: Es könnte problematisch werden! Das Grundproblem dieser Ausbildung ist, dass nicht klar definiert ist was man überhaupt am Ende der Ausbildung können soll! Es gibt zwar Vorgaben, aber diese haben mit dem was letzt endlich stattfindet meistens nichts zu tun. Laut diesen müsste man auch einen gewissen Zeitraum in der Personalabteilung verbringen. Das interessiert einen zukünftigen Arbeitgeber wohl eher weniger, da man bei den meisten Stellenanzeigen eher so etwas liest: Administration und Konfiguration von Windows Client- und Server-Systemen, SharePoint, Active Directory, Netzwerktechnik (TCP/IP), Linux, Unix, Storage-Lösungen, Backup-Lösungen, Firewall, Cloud, Softwareverteilung, html, php, C#, C++, Batch, PowerShell, VBScript – diese Liste lässt sich Stunden lang beliebig fortsetzen.

Berufsschule und IHK: Das Unterrichtsniveau ist teils eher niedrig angesetzt. Da anscheinend kein vernünftiger Lehrplan seitens der IHK existiert, kann man nur hoffen, dass die Themen die dort durchgearbeitet werden auch in der Prüfung dran kommen. Das war bei mir leider nur bedingt der Fall. Deshalb weicht mein Berufsschuldurchschnitt, der im 1er-Bereich liegt, auch dramatisch von meinem Gesamtdurchschnitt auf dem IHK-Zeugnis ab. Dort habe ich lediglich eine 3 erreicht. Ohne Vorkenntnisse, die ich mir schon in frühen Jahren angeeignet habe, hätte ich dort wahrscheinlich noch schlechter abgeschnitten. Des Weiteren sollte man noch eines erwähnen: Die Zusammenarbeit zwischen IHK, Berufsschule (und meist auch Betrieb) lässt stark zu wünschen übrig.

Zwischenprüfung: Wirklich absolut sinnfrei. Diese Prüfung hat nun wirklich keinerlei Lerneffekt, da sie nicht wie die Abschlussprüfung aufgebaut ist und man durch diese nicht einmal erfährt was man schon kann und was nicht, sondern nur aussagelose Punktzahlen erhält.

Abschlussprüfung: Die schriftliche Abschlussprüfung ist wirklich sehr ungerecht. Trotz massivem Lernen habe ich dort im Fachquali-Bereich lediglich eine 4 erreicht. Die Prüfung sollte Bezug auf vorher bekannt gegebene Themen nehmen, denn „Random IT“ ist schlichtweg nicht zu bewältigen. Insbesondere nicht für Leute die in ihrem Betriebsumfeld eventuell nichts mit den Themen, die dort vorkommen, zu tun hatten.

Abschlussprojekt: Für meine Projektdokumentation habe ich eine 3 bekommen. Mit der Begründung diese sei nicht tief genug ins Detail gegangen, was sich auf die eingesetzte Technik bezieht. Dies war für mich auch nachvollziehbar. Im Berufsschulunterricht zum Thema Projektmanagement wurde zur Projektdokumentation allerdings wiederholt folgende Aussage getroffen: Die Projektdokumentation dokumentiert den Projektverlauf und soll nicht ausführlich die eingesetzte Technologie erklären! Insbesondere scheint hier leider reine Willkür zu herrschen, wie es mir von der IHK telefonisch, als ich dort eine Rückmeldung zum Ausbildungsverlauf abgegeben habe, bestätigt wurde!

Meine Empfehlung: Wenn man die Möglichkeit hat sollte man die Ausbildung auf jeden Fall verkürzen, da man sich sowieso das meiste selbständig nebenher aneignen sollte und auf den meisten Unterricht gut verzichten kann! Man sollte sich gut überlegen ob ein Studium nicht eine Alternative ist. Rückblickend hätte ich mich glaube ich auch eher für ein Studium entschieden.

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