Migration von lokalen OneNote-Notizbüchern zu OneDrive

Nach langem Hadern habe ich meine OneNote-Notizbücher nun in mein OneDrive verschoben, um diese auch komfortabel vom Smartphone, Tablet und auch von jedem beliebigen Computer aus nutzen zu können. Bisher habe ich auf jedem Gerät immer in einer eigenen App Notizen abgelegt, was recht unübersichtlich ist, da nichts miteinander synchronisiert wurde. Beim Verschieben der lokalen Notizbücher-Dateien in OneDrive gibt es allerdings ein paar Stolpersteine, weshalb es tatsächlich nötig ist über so etwas zu bloggen.

Das größte Problem ist die OneDrive-Verknüpfung die über den Explorer eingebunden ist. Dort sind nicht die tatsächlichen .one-Dateien abgelegt, sondern lediglich Verknüpfungen / Links zu den entsprechenden Notizbüchern, die auch online direkt aufrufbar sind:

Bei meinem ersten Migrations-Versuch hatte ich meine Notizbücher einfach so dort rein kopiert, da ich mich damit noch gar nicht auseinandergesetzt hatte. Funktioniert natürlich nicht. Auch über „Speicherort ändern“ in den Notizbucheigenschaften zu versuchen das Notizbuch in OneDrive zu speichern scheitert, da dies dem Verschieben der Dateien im Explorer gleich ist.

Die einzige vernünftige Möglichkeit das Notizbuch in OneDrive abzulegen ist das Freigeben des Notizbuchs per Rechtsklick auf das Notizbuch. In diesem Fall mein Notizbuch „Gitarre“:

Im auftauchenden Dialog wählt man dann sein OneDrive aus und klickt auf „Durchsuchen“:

Im Speicherort-Dialog wird nun kein loakler Pfad angezeigt, sondern ein Pfad bzw. Link direkt zu OneDrive. Hier werden die Notizbücher auch in der üblichen Ordner- und Dateistruktur angezeigt. Hier speichert man das Notizbuch nun ab:

Wenn man nun über den Explorer in das OneDrive-Verzeichnis navigiert, wird einem dort der Link zum neuen Notizbuch angezeigt:

Wichtig zu wissen ist, dass durch das Freigeben bzw. Verschieben zu OneDrive eine Trennnung des Notizbuchs vom alten Dateispeicherort stattfindet und das Notizbuch sofort aus OneDrive eingebunden wird. Wenn man nun Änderungen im Noitzbuch vornimmt, wie das Hinzufügen eines weiteren Blattes, wird dieses am alten Dateispeicherort nicht mehr synchronisiert:

Am Ende bleibt noch eine wichtige Sache: Das lokale Backup! Für eine lokale Sicherung muss man die Einstellungen für das Auto-Backup modifizieren. Den Standardordner sollte man am besten an eine andere Stelle verlagern, die bereits in einem Gesamt-Backup der persönlichen Daten erfasst wird und auch den Intervall sollte man von der Standardeinstellung von einer Woche umstellen:

Das Anlegen der neuen Backups hat bei mir nur funktioniert, nachdem ich die alten Backups im Standard-Backup-Ordner „C:\Users\%Username%\AppData\Local\Microsoft\OneNote\15.0\Sicherung“ alle gelöscht habe und den Speicherort nochmals geändert habe!

Tobias Langner
Ich arbeite seit mehreren Jahren als IT-Administrator, bin ausgebildeter Fachinformatiker für Systemintegration und Studium-„Pausierer“ an der FernUni Hagen

Achtung: Für die Richtigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen, Skripte, etc. übernehme ich keine Gewähr. Deren Nutzung geschieht ausdrücklich auf eigene Gefahr!

Sind Dokumentenmanagementsysteme wirklich revisions- und rechtssicher?

Aufgrund der GoBD ist es seit Anfang 2017 für die digitale Aufbewahrung von Belegen, selbst für Nebengewerbe, nötig diese „revisionssicher“ in einem Dokumenten-Management-System zu speichern. Das Ablegen der Dateien in einem normalen Dateisystem wird vom Gesetzgeber nicht mehr gestattet, da es laut diesem zu viel Spielraum für Manipulationen bietet.

In der Cloud, wo man selber keine Möglichkeit haben dürfte an den Kern des Dokumenten-Management-Systems zu gelangen, dürften die Manipulationsmöglichkeiten gering(er) sein. Eine lokale Lösung hingegen dürfte gegenüber einem normalen Dateisystem kaum einen Vorteil in Bezug auf die tatsächliche Revisionssicherheit der einzelnen Belege bringen. Gerade bei einem Nebengewerbe, wo im Regelfall eine Person für alles zuständig ist, ist die Nutzung eines DMS kein Mehrgewinn.

So sind Manipulationen ganz einfach möglich, indem man selber Änderungen in der Datenbank vornimmt. Hier beispielsweise bei dem DMS Bitfarm:

Der älteste Trick der Welt, der schon manche Test-Lizenz verlängerte, lässt sich natürlich auch nutzen: An der Systemuhr drehen, danach ein Dokument im DMS einfügen. Hier beispielsweise beim DMS CompuDMS:

Im extremsten Fall kann man, mit entsprechendem Zeitaufwand, ein komplettes Archiv von Grund auf neu aufbauen, indem man für jede Änderung die Uhrzeit und das Datum verstellt. Wenn man dies in der richtigen reihenfolge macht, wären sogar die IDs innerhalb der Datenbank in der richtigen Reihenfolge!

Meiner persönlichen Meinung nach ist vermutlich kein DMS, zumindest wenn man Administrator ist und dieses lokal nutzt, wirklich brauchbar in Bezug auf die rechtlichen Anforderungen. Bestraft werden durch den Mehraufwand dank des Gesetzes die Leute, die bisher ehrlich waren. Die, die bisher beschießen haben, werden dies mit Mehraufwand auch in der Zukunft tun!

Tobias Langner
Ich arbeite seit mehreren Jahren als IT-Administrator, bin ausgebildeter Fachinformatiker für Systemintegration und Studium-„Pausierer“ an der FernUni Hagen

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Macht die ExecutionPolicy für Powershell-Skripte Sinn?

Es ist recht einfach alle Powershell-Skripte zur Ausführung auf einem Computer zuzulassen. Hierzu muss man einfach nur folgenden Befehl als Admin absetzen:

Was ich bis vor einiger Zeit gar nicht wusste, ist dass man aber auch ohne Admin-Rechte jegliche Powershell-Skripte starten kann. Hierzu muss man nur das Skript wie folgt aufrufen:

Grund ist, dass die ExecutionPolicy für jede Powershell-Sitzung neu eingestellt werden kann und das von jedem Benutzer! Hiervon machte z.B. einer unserer Software-Anbieter Gebrauch, weshalb mir das erst aufgefallen ist, da die Skripte trotz restriktiver ExecutionPolicy gestartet werden.

Da ein Standard-Benutzer sowieso nicht weiß was ein Powershell-Skript ist und dass man dieses per Kontextmenü ausführen kann, spricht meiner Meinung nach nichts dagegen die ExecutionPolicy auf Unrestricted zu setzen. Schützen kann sie ja sowieso nicht, wenn jeder Benutzer oder ein Schadprogramm, das im Benutzer-Kontext ausgeführt wird, sie aushebeln kann. Das einzige was dann wirklich schützt wäre ein komplettes Deaktivieren von Powershell-Skripten für bestimmte Benutzergruppen.


Weitere Infos:

http://www.admin-source.de/BlogDeu/401/powershell-executionpolicy-richtig-verstehen-2

Tobias Langner
Ich arbeite seit mehreren Jahren als IT-Administrator, bin ausgebildeter Fachinformatiker für Systemintegration und Studium-„Pausierer“ an der FernUni Hagen

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Betrugsmasche mit angeblicher Domain-Registrierung

Eine Mitarbeiterin von einem Unternehmen in dessen Namen die Worte „Mark“, „Office“ und „Trade“ vorkommen rief an und behauptete jemand würde gerade versuchen den Firmennamen meines Arbeitgebers als .net-Domain, die bisher noch frei war, zu registrieren. Angeblich würde man uns wegen eines Vorrechts aufgrund des Firmen- bzw. Markennamens anbieten die Domain „wegzuschnappen“. Da sich die Domain aber nun im Registrierprozess befindet, sei es nicht mehr möglich die Domain normal über einen Provider zu registrieren, sondern man  müsse die nun direkt bei diesem Anbieter übernehmen. Klar, natürlich nur für einen saftigen Obulus von 300 € für eine Laufzeit von 10 oder 15 Jahren. Ob die 300€ jährlich gemeint waren weiß cih an der Stelle agr nicht. Die Domainchecks bei allen gängigen Providern zeigten die besagte Domain aber alle als frei käuflich an.

Hier wird anscheinend darauf abgezielt Firmen die eventuell keine eigene IT-Abteilung haben dazu zu bringen die Domain aus Angst, dass nachher wirklich jemand unter dem Firmennamen eine Domain betreibt, zu kaufen.

Ein ähnlicher Vorfall wird hier bei domain-factory beschrieben:
https://www.df.eu/blog/hinweis-auf-betrugsmasche-und-warnung-vor-angeblichen-anrufen-des-hostproviders/

Tobias Langner
Ich arbeite seit mehreren Jahren als IT-Administrator, bin ausgebildeter Fachinformatiker für Systemintegration und Studium-„Pausierer“ an der FernUni Hagen

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Buch-Rezension: iWoz

Ein weiteres Buch, das ich vor einiger Zeit gelesen habe, ist die Biografie von Steve Wozniak mit dem Titel „iWoz“. Auch wenn ich selber kein einziges Produkt der Firma Apple besitze und dies sich vermutlich auch nicht ändern wird, so ist dieses Buch trotzdem auch für Apple-Boykottierer interessant. Die Geschichte der Firma Apple, bei der Wozniak bis heute noch auf der Gehaltsliste steht, spielt in diesem Buch auch eher eine untergeordnete Rolle.

Bereits seit Kindesalter hat Wozniak viele technische Projekte und Erfindungen auf den Weg gebracht, da er massiv von seinem Vater dabei unterstützt wurde. Ebenso begleitet ihn seine Vorliebe für „Pranks“ durch sein ganzes Leben. Wie im Fall einer versteckten Zeitbomben-Attrappe im Spind eines Mitschülers geht er dabei nicht konsequenzenlos auch einmal zu weit.

Wie bei vielen erfolgreichen Technik-Revolutionären hat auch Wozniak vor seinen großen Erfolgen kein Studium abgeschlossen. Ebenso war sein erster „finanzieller“ Durchbruch eine illegale Erfindung unter dem Namen Blue Box. Ein kleiner Tongenerator, mit dessen Hilfe das damalige Telefonsystem so ausgetrickst werden konnte, dass kostenloses Telefonieren möglich war. Bei der Vermarktung half ihm kein geringerer als Steve Jobs.

Neben anderen technischen Errungenschaften berichtet er von der Organisation eines Woodstock-ähnlichen Musikfestivals. Des Weiteren gibt er einige Tipps für das Arbeitsleben und berichtet davon, dass er es nicht mag in einer Firmenumgebung zu arbeiten. Er ist der Auffassung, dass man am besten losgelöst von „Firmenzwängen“ arbeitet, da es wesentlich kreativeres Arbeiten ermöglicht. Ein Punkt den man durchaus bestätigen kann.

Der Schreibstil des Buches ist ungewöhnlich, da das Buch nicht unbedingt einem roten Faden zu folgen scheint. Wie auch in Linus Torvalds Biografie ist das Buch etwas größenwahnsinnig geschrieben. Dies merkt man z.B. daran, dass Wozniak behauptet besser als jeder andere lebende Mensch in Bezug auf Computerlogik zu sein.

Tobias Langner
Ich arbeite seit mehreren Jahren als IT-Administrator, bin ausgebildeter Fachinformatiker für Systemintegration und Studium-„Pausierer“ an der FernUni Hagen

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Buch-Rezension: Ich arbeite in einem Irrenhaus

Es ist zwar schon eine Zeit lang her, dass ich „Ich arbeite in einem Irrenhaus“ gelesen habe, aber da ich nun gesehen habe, dass es schon seit 2014 einen Nachfolger gibt möchte ich noch eine Rezension zum Vorgänger schreiben.

Wenn es nicht so traurig und wahr wäre, könnte man dieses Buch eher in der Kategorie „Unterhaltung“ einordnen. Das Buch bietet eine Menge Geschichten die einen schmunzeln lassen und einem zeigen, dass es in den meisten Unternehmen gleich zu geht. So kommt es z.B. vor, dass vergessen wurde, dass man einen neuen Mitarbeiter eingestellt hat. Bei dessen Eintreffen ist nichts vorbereitet. Ein Chef hat den kompletten Firmensitz versetzt, damit er nicht im Stau steht, stattdessen aber alle Angestellten die nun eine lange Strecke zurückzulegen haben. Oder das als Sparmaßnahme weniger Firmenpapier gekauft wurde, sodass Mitarbeiter aus der Not heraus normales DinA4-Papier mit zur Arbeit bringen um Vertragsunterlagen für Kunden drucken zu können um das Unternehmen vor dem Ruin zu retten.

Diese Geschichten könnte ich um genug eigene Erfahrungen erweitern, wie z.B. ein App-Entwicklungsteam, das keine Tablets oder Smartphones zum Testen bekommt. Auszubildende die Programmieren lernen sollen, aber so alte Rechner bekommen, dass sie das Projekt an dem sie mitwirken sollen nicht einmal öffnen können. Von jemandem der seine Ausbildung in einem großen Konzern gemacht hat, hörte ich sogar einmal, dass dort in den Produktionshallen jede zweite Glühbirne herausgedreht wurde um Strom zu sparen, während es auf der anderen Seite die Richtlinie gab bei sämtlichen Einkäufen auf die Nutzung von Skonto zu verzichten, warum auch immer.

Von Märchen wie der kontinuierlichen Fortbildung, die es meistens nicht gibt, über den Unsinn der in großen Konzernen herrscht, wo Mitarbeiter einer bestimmten Abteilung keine neue Glühbirne bekommen weil der Etat dafür aufgebraucht ist, spiegelt das Buch genau das wieder was in den meisten Unternehmen (in Deutschland) Gang und Gebe ist.

Krönender Abschluss ist ein Selbsttest mit Punktezahlen, die einem zeigen sollen ob man den Arbeitgeber verlassen sollte.

Gerade für Leute die den ganzen Tag im Büro verbringen ein sehr unterhaltsames Buch.

Tobias Langner
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Wurde euch auch zum „System Administrator Appreciation Day“ gratuliert?

Ich muss zugeben, dass ich selber gar nicht an diesen inoffiziellen Feiertag gedacht habe. Aber es ist schön zu sehen, dass die Arbeit in der System-Administration nicht ganz ungesehen bleibt. So kam auch dieses Jahr wieder eine Person auf mich zu und wünschte mir alles Gute zu diesem Tag. Ich hoffe, dass jedem System-Administrator da draußen, der bei seinen Kollegen in Vergessenheit geraten ist, obwohl er früh morgens bevor alle anderen anfangen zu arbeiten bereits den Mail-Server wieder betriebsbereit gemacht oder das SQL-Backup unbemerkt wieder eingespielt hat, auch mindestens eine Person dafür gedankt hat. Ein bisschen Anerkennung sei jedem mal gegönnt 🙂

Tobias Langner
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IHK-Abschlussprojekt: Windows Deployment Service

Für den oder anderen ist dies vielleicht interessant oder hilfreich. Deshalb stelle ich meine Dokumente des Abschlussprojektes (in von sensiblen Daten bereinigter Form) online. Der Namenszusatz „Clean“ wurde von mir nur hinzugefügt, damit ich weiß welche Dateien für die Öffentlichkeit bestimmt sind. In meinem Abschlussprojekt habe ich, in einer Testumgebung, eine automatische Client-Rechner-Installation mit Hilfe des Windows Deployment Service realisiert.

Projektdoku-Benotung: 3
Präsentation-Benotung: 1

 

Tobias Langner
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Fazit zur Berufsausbildung

Hier möchte ein kurzes Feedback zu meiner Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration geben, die ich um ein halbes Jahr verkürzt habe.

Vorne weg: Ich kann diesen Ausbildungsberuf leider nur bedingt weiterempfehlen. Insbesondere möchte ich eine Warnung für Leute aussprechen, die sich im Vorfeld nicht wirklich tiefer gehend mit dem Computer auseinander gesetzt haben: Es könnte problematisch werden! Das Grundproblem dieser Ausbildung ist, dass nicht klar definiert ist was man überhaupt am Ende der Ausbildung können soll! Es gibt zwar Vorgaben, aber diese haben mit dem was letzt endlich stattfindet meistens nichts zu tun. Laut diesen müsste man auch einen gewissen Zeitraum in der Personalabteilung verbringen. Das interessiert einen zukünftigen Arbeitgeber wohl eher weniger, da man bei den meisten Stellenanzeigen eher so etwas liest: Administration und Konfiguration von Windows Client- und Server-Systemen, SharePoint, Active Directory, Netzwerktechnik (TCP/IP), Linux, Unix, Storage-Lösungen, Backup-Lösungen, Firewall, Cloud, Softwareverteilung, html, php, C#, C++, Batch, PowerShell, VBScript – diese Liste lässt sich Stunden lang beliebig fortsetzen.

Berufsschule und IHK: Das Unterrichtsniveau ist teils eher niedrig angesetzt. Da anscheinend kein vernünftiger Lehrplan seitens der IHK existiert, kann man nur hoffen, dass die Themen die dort durchgearbeitet werden auch in der Prüfung dran kommen. Das war bei mir leider nur bedingt der Fall. Deshalb weicht mein Berufsschuldurchschnitt, der im 1er-Bereich liegt, auch dramatisch von meinem Gesamtdurchschnitt auf dem IHK-Zeugnis ab. Dort habe ich lediglich eine 3 erreicht. Ohne Vorkenntnisse, die ich mir schon in frühen Jahren angeeignet habe, hätte ich dort wahrscheinlich noch schlechter abgeschnitten. Des Weiteren sollte man noch eines erwähnen: Die Zusammenarbeit zwischen IHK, Berufsschule (und meist auch Betrieb) lässt stark zu wünschen übrig.

Zwischenprüfung: Wirklich absolut sinnfrei. Diese Prüfung hat nun wirklich keinerlei Lerneffekt, da sie nicht wie die Abschlussprüfung aufgebaut ist und man durch diese nicht einmal erfährt was man schon kann und was nicht, sondern nur aussagelose Punktzahlen erhält.

Abschlussprüfung: Die schriftliche Abschlussprüfung ist wirklich sehr ungerecht. Trotz massivem Lernen habe ich dort im Fachquali-Bereich lediglich eine 4 erreicht. Die Prüfung sollte Bezug auf vorher bekannt gegebene Themen nehmen, denn „Random IT“ ist schlichtweg nicht zu bewältigen. Insbesondere nicht für Leute die in ihrem Betriebsumfeld eventuell nichts mit den Themen, die dort vorkommen, zu tun hatten.

Abschlussprojekt: Für meine Projektdokumentation habe ich eine 3 bekommen. Mit der Begründung diese sei nicht tief genug ins Detail gegangen, was sich auf die eingesetzte Technik bezieht. Dies war für mich auch nachvollziehbar. Im Berufsschulunterricht zum Thema Projektmanagement wurde zur Projektdokumentation allerdings wiederholt folgende Aussage getroffen: Die Projektdokumentation dokumentiert den Projektverlauf und soll nicht ausführlich die eingesetzte Technologie erklären! Insbesondere scheint hier leider reine Willkür zu herrschen, wie es mir von der IHK telefonisch, als ich dort eine Rückmeldung zum Ausbildungsverlauf abgegeben habe, bestätigt wurde!

Meine Empfehlung: Wenn man die Möglichkeit hat sollte man die Ausbildung auf jeden Fall verkürzen, da man sich sowieso das meiste selbständig nebenher aneignen sollte und auf den meisten Unterricht gut verzichten kann! Man sollte sich gut überlegen ob ein Studium nicht eine Alternative ist. Rückblickend hätte ich mich glaube ich auch eher für ein Studium entschieden.

Tobias Langner
Ich arbeite seit mehreren Jahren als IT-Administrator, bin ausgebildeter Fachinformatiker für Systemintegration und Studium-„Pausierer“ an der FernUni Hagen

Achtung: Für die Richtigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen, Skripte, etc. übernehme ich keine Gewähr. Deren Nutzung geschieht ausdrücklich auf eigene Gefahr!